Die ersten News-Server wurden von Universitäten betrieben. Auch heute noch dürften die weitaus meisten News-Server im universitären Bereich zu finden sein. Nach den Universitäten richteten Software- und Hardware-Firmen News-Server ein, um damit weltumspannenden Support liefern zu können. Doch auch manche andere Firma richtete News-Server ein, weil die Informationen im Usenet unverzichtbar für die Entwicklungen der Firma sind.
Von wenigen Ausnahmen abgesehen, stehen diese News-Server nur einem beschränkten Personenkreis zur Verfügung. Sie führen auch jeweils nur die Newsgroups, die für den jeweiligen Betrieb wichtig sind.
A. O. L. richtete 1993 einen News-Server für seine Kunden ein und läutete damit den ewigen September ein. Näheres dazu unter Was ist das Usenet?/Historie. Andere Internet-Provider folgten mit Einrichtung von News-Servern. Inzwischen hat praktisch jeder Internet-Provider auch einen News-Server seine Kunden.
Bis Ende der neunziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts führten die News-Server der Internet-Provider noch praktisch alle Newsgroups, insbesondere auch die Newsgroups der alt.-Hierarchie, die im universitären und Firmen-Bereich seltener zu finden sind. Doch gegen Mitte der neunziger Jahre begann der Traffic im Usenet allmählich zu explodieren. Natürlich bezogen auf die damals verfügbare Bandbreite des Internets und der Speicherkapazitäten der Server. Bereits Mitte der neunziger Jahre, zu diesem Zeitpunkt gab es nur Textgruppen im Usenet, betrug der tägliche Upload in das Usenet schon mehr als 1,5 GB. Doch die Einführung von binären News ließ den Taffic erst richtig explodieren.
Kommerzielle Usenet-Provider gibt es bereits seit Mitte der neunziger Jahre. Diese waren von Anfang an auch die einzigen, die alle Newsgroups auf ihren Servern führten. So hatten sie trotz der vielen kostenlosen Angebote auch von Beginn an einen treuen Kundenstamm, der sich stetig erweiterte. Dazu gehören wiederum viele Firmen und auch Behörden, die das Usenet als Quelle schnellen und hochqualitativen Supports ebenso schätzen, wie die hohe Geschwindigkeit und Serververfügbarkeit der kommerziellen Provider. Mit steigendem Traffic zogen sich die kostenlosen News-Server allmählich etwas zurück. Das Angebot der verfügbaren Newsgroups wurde mehr und mehr zusammengestrichen. So hat Arcor erst im letzten Jahr die Anzahl der verfügbaren Newsgroups auf seinem News-Server von etwa 29.000 auf etwa 18.000 reduziert. Doch es gibt weit über 100.000 Text basierte Newsgroups. Alle Binary Newsgroups gibt es nur noch auf den News-Servern kommerzieller Provider. Das zunehmende Interesse am Usenet ließ auch immer mehr kommerzielle Provider entstehen.
Die etwa 20.000 am Usenet teilnehmenden News-Server bestehen nach wie vor im wesentlichen aus den News-Servern von Universitäten und Supportfirmen sowie den News-Servern kommerzieller Provider. Inzwischen gibt es jedoch auch News-Server, die ihre Infrastruktur für Reseller bereitstellen. Der bekannteste dieser News-Server ist Highwinds in den USA. Highwinds betreibt sowohl in den Niederlanden wie auch in den USA riesige News-Server-Farmen, die ausschließlich für Reseller zur Verfügung stehen. Highwinds hat jedoch selbst Tochtergesellschaften, die als Usenet-Provider nach außen auftreten. Auch die anderen großen Usenet-Provider verkaufen ihren Traffic an Dritte.
Inzwischen besteht das Usenet aus News-Servern für einen beschränkten Personenkreis, besonders im Universitäts- und Firmenbereich, aus Usenet-Providern, die eigene News-Server betreiben, aus News-Server-Betreibern, die ihre Infrastruktur für Dritte zur Verfügung stellen und aus Resellern. Daneben gibt es noch News-Server, die allgemein kostenlos zugänglich sind, jedoch sehr langsam sind und nur eine sehr eingeschränkte Auswahl an Newsgroups führen.
Haftungsunterschiede zwischen Resellern und Server-Betreibern
Es ist juristisch sehr umstritten, ob es überhaupt Haftungsunterschiede gibt. Verkauft ein Reseller lediglich als Handelsvertreter eine Ware oder Dienstleistung, auf die er selbst keinen Einfluss hat, oder ist er Auftraggeber für diese Leistung? Auch das lässt sich ohne weiteres nicht beantworten. Ein Usenet-Provider, der weniger als 10.000 Kunden hat, hat bei einer großen Firma wie Highwinds sicherlich keinen Einfluss auf die angebotene Leistung. Insbesondere kann er weder die Newsgroups auswählen, die auf dem Server geführt werden, noch kann er einen Fremdcancel einzelner News verlangen. Er ist tatsächlich nicht mehr als ein Handelsvertreter, der eine fremde Dienstleistung im eigenen Namen und auf eigene Rechnung verkauft.
Reseller mit mehr als 100.000 Kunden haben sicher etwas mehr Einfluss auf die Dienstleistung, die sie weiterverkaufen. Doch der Kampf zwischen den Resellern der Telekom und der Telekom an sich zeigt wohl sehr deutlich, wie wenig Einfluss selbst bedeutende Reseller auf den Erbringer der Leistung haben.
Das ist im Usenet auch nicht viel anders.
News-Server, die Reselling anbieten, bieten ihre Leistungen gemäß ihrer Geschäftsbedingungen zum Weiterverkauf an. Da ist nicht viel verhandelbar. Für einen kleinen Reseller ist gar nichts verhandelbar. Es ist keine juristische Frage, ob ein Reseller lediglich Weiterverkäufer oder Auftraggeber ist, sondern eine Frage der Marktmacht. Bedeutende Handelsketten wie Aldi haben erheblichen Einfluss auf die Waren, die sie in ihren Geschäften verkaufen. Ein normaler Einzelhändler kann nur auswählen, von wem er einkauft. Nur dann, wenn ich tatsächlich Einfluss auf die Gestaltung einer Dienstleistung oder Ware habe, bin ich insoweit auch Auftraggeber. Habe ich darauf mangels Marktmacht keinen Einfluss, bin ich lediglich Wiederverkäufer.
So wäre denn, wenn es um die Haftung eines Resellers geht, als erstes die Frage zu prüfen, ob dieser Reseller tatsächlich Auftraggeber sein kann aufgrund seiner Marktmacht beziehungsweise seiner Stellung im Vertrag. Bei allen Haftungsfragen, gleich ob Provider oder Reseller, müssen grundlegende Eigenschaften der Usenet-Technik und Verantwortlichkeiten im Usenet ohnehin sehr sorgfältig geprüft werden.